Jahresrückblick 2025
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren,
wieder liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns. 2025 hat uns auf vielen Ebenen beschäftigt: Weltpolitische Entwicklungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Veränderungen wirken bis in den Alltag einer kleinen Gemeinde hinein. Gleichzeitig konnten wir in Schnürpflingen – trotz anspruchsvoller finanzieller und organisatorischer Rahmenbedingungen – wichtige Projekte voranbringen und zum Teil abschließen.
Wie gewohnt möchte ich zunächst einen kurzen Blick über den Tellerrand werfen: International sorgte 2025 vor allem die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus für große Aufmerksamkeit. In kurzer Zeit setzte die neue US-Regierung zahlreiche Veränderungen per Dekret um, ordnete Personal und Zuständigkeiten neu und stellte dabei auch bisherige internationale Linien und Allianzen infrage.
Auch in Deutschland war 2025 politisch ein bewegtes Jahr. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar erhielt die Union aus CDU und CSU mit großem Abstand die meisten Stimmen. Anfang Mai wurde Friedrich Merz mit den Stimmen der neuen schwarz-roten Koalition zum Kanzler gewählt – allerdings erst im zweiten Wahlgang. Das Bündnis Sahra Wagenknecht erhielt 4,98 % der Stimmen und verpasste damit den Einzug in den Bundestag denkbar knapp um lediglich 9.529 Stimmen.
Im Vatikan wurde nach kurzem Konklave Kardinal Robert Francis Prevost zum neuen Papst gewählt. Als Oberhaupt von weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken trägt er den Namen Leo XIV. Und auch sportlich gab es aus regionaler Sicht Grund zur Freude: Der VfB Stuttgart gewann am 24. Mai das Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld mit 4:2 Toren – für die VfB-Fans sicher ein Meilenstein.
Meilensteine gab es jedoch auch in unserer Gemeinde. Ein ganz zentraler Schritt war die Finalisierung des Breitbandprojekts. Nachdem das Glasfasernetz in Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren bereits 2024 in Betrieb ging, standen 2025 vor allem Abrechnung, die Erstellung von Verwendungsnachweisen und die organisatorische Übergabe des Netzes im Mittelpunkt. Besonders gefreut hat uns die Auszeichnung als „Gigabitkommune@BW“ im Juli 2025 – übrigens als erste Gemeinde im Alb-Donau-Kreis. Das ist die Anerkennung für die konsequente Arbeit der vergangenen Jahre und ein wichtiger Standortfaktor für Privathaushalte ebenso wie für Unternehmen. Insgesamt wurden rund 400 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet und über 4,6 Mio. Euro investiert. Dies war nur möglich, da Bund und Land den Ausbau dankenswerterweise großzügig mit ca. 4,1 Mio. Euro unterstützt haben. Leider fehlt noch die Auszahlung der letzten Rate der Förderung, die wir nun im Jahr 2026 erwarten.
Auch die Digitalisierung im Verwaltungsalltag und in der Kommunikation wurde 2025 weiter vorangetrieben. Im Kinder- und Familienzentrum wurde die Kita-App „Stay Informed“ eingeführt, um Informationen und Abstimmungen zeitgemäß und verlässlich zu bündeln. Gleichzeitig haben wir interne Prozesse modernisiert, unter anderem mit der Einführung des digitalen Rechnungsworkflows und weiteren Bausteinen der digitalen Verwaltungsarbeit. Ein weiterer großer Schritt ist die neue Homepage, die vorbereitet wurde: Sie wird nun Anfang 2026 online gehen und später auch zusätzliche Online-Dienstleistungen anbieten, damit Anliegen unkomplizierter digital erledigt werden können.
Sehr sichtbar wurde 2025 außerdem, dass wir Infrastruktur und Ortsbild weiterentwickeln – mit dem Ziel, Barrierefreiheit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Ein wichtiger Baustein war der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen in der Gesamtgemeinde, der nun tatsächlich auch fördertechnisch abgerechnet werden konnte. Gerade für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Einschränkungen, Familien mit Kinderwagen und alle, die auf den ÖPNV angewiesen sind, ist das ein konkreter Gewinn im Alltag. Ebenfalls ein sichtbares Zeichen im Ort ist die Entwicklung am Dorfplatz: Ein Schandfleck wurde beseitigt und Platz für einen neuen, attraktiven Bereich geschaffen, der künftig stärker zum Verweilen und Begegnen einlädt. Auch auf dem Friedhof ging es weiter: Die Sanierung wurde fortgeführt, denn ein gepflegter und würdiger Ort des Erinnerns ist für eine Gemeinde von großer Bedeutung.
Ein besonderes Kapitel des Jahres nimmt unser neues Rathaus ein. Der Umbau der ehemaligen Bankfiliale zu einem barrierefreien, modernen Rathaus war für uns nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein sichtbarer Schritt hin zu mehr Effektivität und besseren Arbeitsbedingungen in der Verwaltung. Im November 2025 konnten wir den Umzug realisieren: Vom 3. bis 7. November blieb das Rathaus wegen des Umzugs geschlossen, ab dem 10. November 2025 waren wir dann am neuen Standort wieder für Sie da. Ein gut besuchter Tag der offenen Tür am 30. November bot vielen Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen. Für das Verständnis und die Geduld während der Umzugsphase danke ich Ihnen ausdrücklich. Danke sagen möchte ich aber auch meinen Mitarbeiterinnen, dem Bauhofteam und der Feuerwehr, die den Umzug des gesamten Rathauses ohne weitere Fremdunterstützung realisiert haben. Vor allem für unser Verwaltungsteam war das eine Herkulesaufgabe, die dank großem Einsatz aller Beteiligten mit Bravour gemeistert wurde.
Besonders gefreut hat mich im Zusammenhang mit dem Umzug der Verwaltung ins neue Rathaus, dass auch der Geldautomat der Sparkasse Ulm umgezogen werden konnte. So wurde die Bargeldversorgung in unserer Gemeinde nachhaltig gesichert.
Familienfreundlichkeit bedeutet vor allem auch gute Betreuung und verlässliche Angebote für Kinder. Diese bauen wir in Schnürpflingen sukzessive aus: Der Neubau eines Gebäudes für die Kernzeitbetreuung ist ein zentrales Zukunftsprojekt, das mit dem Spatenstich im Jahr 2025 nun Realität wird. Für das rund 2 Mio. Euro teure Bauprojekt sind der Gemeinde Zuschüsse aus diversen Töpfen von gut 1,6 Mio. Euro zugesagt.
Auch für die Grundschule wurde mit der Neugestaltung des Schulhofs ein Thema angegangen, das vielen Eltern und Kindern am Herzen liegt: Im vergangenen Jahr wurde hierfür eine Projektgruppe gegründet, damit die Nutzerinnen und Nutzer – Kinder, Eltern und Schule – ihre Ideen einbringen können. In bereits vier Treffen hat die Projektgruppe nun ein Konzept ausgearbeitet, das dem Gemeinderat vorgestellt werden soll. Baubeginn soll dann im Jahr 2027 sein.
Weniger sichtbar, aber für die Zukunft der Gemeinde nicht weniger wichtig, sind Maßnahmen rund um die Kanalisation. 2025 wurden im Anschluss an die umfangreiche Inspektion der Kanäle ein Sanierungskonzept erarbeitet, das nun in den kommenden Jahren umgesetzt wird. Solche Themen sind komplex und kostenintensiv, aber unverzichtbar, wenn wir unsere Infrastruktur dauerhaft erhalten und Schäden sowie Folgekosten vermeiden wollen. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass im interkommunalen Schulterschluss ein Hochwasserfrühwarnsystem an der Weihung installiert wurde, das durch Sensorik und digitale Meldungen frühzeitig Hinweise auf Hochwasser liefern kann.
Ein besonderer Dank gilt auch wieder unseren Vereinen und Ehrenamtlichen. Sie sorgen durch ihr Engagement dafür, dass wir eine lebendige Gemeinde sind und bleiben. Besonders hervorheben möchte ich auch dieses Jahr wieder die Betreuung des Wertstoffhofs, die durch mehrere Vereine zuverlässig getragen wird. Das ist gelebter Zusammenhalt und ein starkes Zeichen dafür, dass unsere Gemeinde funktioniert, weil Menschen in ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen. Ebenso unverzichtbar ist unsere Freiwillige Feuerwehr. Neben Beschaffungen und Ausstattungsmaßnahmen wurde 2025 der Feuerwehrbedarfsplan als strategische Grundlage beschlossen, damit wir unsere Wehr entsprechend den Anforderungen ausstatten, die Leistungsfähigkeit langfristig sichern und notwendige Schritte frühzeitig planen können.
Auch unsere Bauhofausstattung wurde 2025 weiter modernisiert. Mit der Erneuerung des Fuhrparks stellen wir sicher, dass die vielfältigen Aufgaben – von Pflegearbeiten über Winterdienst bis zu kleineren Instandsetzungen – zuverlässig und wirtschaftlich erledigt werden können.
Die statistischen Zahlen aus dem Standesamt und Einwohnermeldeamt für das Jahr 2025:
| 2025 | 2024 |
|---|---|---|
Geburten: | 12 | 13 |
Eheschließungen: | 4 | 1 |
Sterbefälle: | 4 | 5 |
Einwohnerzahl (zum 31.12.) | 1449 | 1445 |
Zum Ende meiner Ausführungen ist es mir ein Anliegen, mich erneut bei allen Personen zu bedanken, die durch ihr Wirken, ihre Ratschläge, ihr Zutun oder ihr Zutrauen mit dazu beigetragen haben, die Gemeinde weiterzuentwickeln. Einschließen in diesen Dank möchte ich dieses Jahr erneut insbesondere auch wieder alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde in der Verwaltung, dem Kinder- und Familienzentrum, der Kernzeitbetreuung, im Bauhof, der Grünpflege und im Reinigungsdienst, die im vergangenen Jahr teilweise leider wieder an Belastungsgrenzen gehen mussten, um die immer größer werdende Aufgabenfülle in gewohnt hoher Qualität bewerkstelligen zu können.
Ein besonderer Dank gilt dieses Jahr aber auch wieder dem Gemeinderat und insbesondere meinen Stellvertretern Georg Aubele und Thomas Hertle für die wertschätzende, vertrauensvolle und unkomplizierte Zusammenarbeit. Ich bin nach wie vor oder sogar, bei immer enger werdenden finanziellen Spielräumen, mehr denn je der festen Überzeugung, dass wir die nicht kleiner werdenden Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft nur in einem engen Schulterschluss zwischen allen handelnden Akteuren meistern können. In insgesamt 13 Sitzungen und einer Klausurtagung haben wir wieder gemeinsam um die besten Ideen und Lösungen für unsere Gemeinde gerungen.
Zum Ende dieses Jahresrückblicks möchte ich Ihnen allen und auch Ihren Angehörigen für das neue Jahr 2026 viel Erfolg, Glück, Zufriedenheit, Gesundheit und Gottes Segen wünschen.
Ihr Michael Knoll
Bürgermeister