Jahresrückblick 2021


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2021 - ein weiteres Jahr, das zweifelsohne leider noch einmal überschattet wurde von einer Pandemie, die nach wie vor die Welt in Atem hält. Wenn wir heute den Rückblick auf das vergangene Jahr wagen, so kommt man schwer umhin, vieles was geschehen ist, mit dem Versuch der Bewältigung dieser wohl schlimmsten Krise seit dem 2. Weltkrieg in Verbindung zu bringen. Zunehmend müssen wir feststellen, dass die anfängliche Solidarität aufgezehrt ist, uns die Dauer der Pandemie zermürbt und leider auch zusehends konträre Meinungen immer heftiger - teilweise auch unfair - diskutiert und artikuliert werden. Ich persönlich muss hier immer wieder an die Worte unseres ehemaligen Gesundheitsministers Jens Spahn zu Beginn dieser unsäglichen Pandemie denken, der damals schon prognostiziert hat, dass wir uns an deren Ende viel verzeihen müssen. Ja, wir werden es tatsächlich müssen, aber ich bin zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft stark genug ist, dies auch zu können.

Selbstverständlich möchte ich an dieser Stelle nun aber in gewohnter Weise wieder die für uns wichtigen lokalen Ereignisse im Jahr 2021 in Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren beleuchten. Zuvor sei uns aber ein kurzer Blick über den Tellerrand hinweg auf eine kleine Auswahl von national und international bedeutenden Ereignissen erlaubt:

Zuallererst ist dabei sicherlich die Bundestagswahl am 26.09.2021 zu nennen. Als Ergebnis der Wahl bildete sich zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine Regierungskoalition aus 3 Parteien, nämlich aus SPD, Grünen und FDP. Olaf Scholz wurde am 8.12.2021 im Bundestag zum neunten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt und anschließend vom Bundespräsidenten ernannt. Davor prägte 16 Jahre lang Angela Merkel die Politik in Deutschland. Sie sorgte bei ihrem Abschied für eine Überraschung, indem sie als Musikwunsch unter anderem das Lied "Du hast den Farbfilm vergessen" von Nina Hagen aussuchte.

Europa und die Flüchtlinge – auch 2021 ließ das Thema unseren Kontinent nicht los. Insbesondere an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland eskalierte die Situation, auch bzw. besonders deshalb, weil der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko die Schutzsuchenden aus Nahost als strategische Waffe einsetzte.

Vor allem aber war das Jahr 2021 leider wieder einmal geprägt von Unwetterereignissen. Wir erinnern uns an den Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma, die Waldbrände in Kalifornien und natürlich an die schrecklichen Überschwemmungen im Ahrtal. Innerhalb weniger Tage verursachte das Tief "Bernd" zwischen dem 12. und 19. Juli in mehreren deutschen Regionen schwere Niederschläge. Binnen 24 Stunden verwandelten sich beschauliche Flüsse in reißende Ströme. Mehr als 180 Menschen starben in den Fluten.

Auch vor Schnürpflingen machten die Hochwasser keinen Halt. Das Weihungshochwasser erreichte einen Stand, der unter Berücksichtigung der Hochwassergefahrenkarten nahe an ein 100-jähriges Hochwasser heranreichte.

Aufgrund des überaus engagierten und vorbildlichen Einsatzes unserer Feuerwehrkameraden und -kameradinnen um Kommandant Reinhold Dangel konnte schlimmeres Unglück von der Gemeinde abgewendet werden. Leider konnte dennoch nicht verhindert werden, dass in Beuren und in Schnürpflingen Wasser (teils auch Grundwasser) in Gebäude eintrat. Das Hochwasserrückhaltebecken in Beuren erfüllte einmal mehr seinen Zweck.
Nicht auszudenken, wie Beuren ohne die Rückhaltung von insgesamt rund 15.000 m³ Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Vielen Dank an Gebhard Nothelfer für seinen Dienst als Stauwärter und für die akribische Wartung dieser technischen Anlage. Nicht vergessen möchte ich aber auch das Ingenieurbüro Wassermüller Ulm für die Planungen und insbesondere unseren ehemaligen Bürgermeister Manfred Häberle, unter dessen Wirkungszeit die Anlage entstanden ist.

Damit das Hochwasserrückhaltebecken bei Starkregenereignissen auch zukünftig gesichert seinen Dienst tut, muss ca. alle 15 Jahre eine vertiefte Sicherheitsüberprüfung der gesamten Anlage durchgeführt werden. Da die Maßnahme letztes Jahr noch vor Änderung der Zuschussbedingungen realisiert wurde, konnte hierfür ein hoher Zuschuss von 90% abgerechnet werden.

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Viel geplant, berechnet, gemessen, beurteilt und besprochen wurde nicht nur bezüglich der Sicherheit des Hochwasserrückhaltebeckens, sondern vor allem auch zur Ausweisung von neuen Baugebieten in der Gemeinde. Insgesamt wurden Bebauungspläne für 3 Baugebiete (zwei davon in Schnürpflingen und eines in Beuren) planungsrechtlich aufgearbeitet. Der Grund für die Ausweisung von mehreren Baugebieten ist nicht, dass die Gemeinde schnell und überproportional wachsen möchte. Nach wie vor ist das angestrebte Ziel nicht etwa die Ausdehnung um jeden Preis, sondern vielmehr ein langsames, am örtlichen Bedarf orientiertes und organisches Wachstum, das die Erhaltung des dörflichen Charakters unserer Gemeinde ermöglicht.

Da allerdings die Bauplatzreserven in der Gemeinde erschöpft sind, möchte bzw. muss sich die Gemeinde baulich weiterentwickeln. Eine innerörtliche Entwicklung scheitert oft an den Emissionen der landwirtschaftlichen Hofstellen bzw. der nicht mehr aktiven landwirtschaftlichen Anwesen im Innenbereich von Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren. Wir haben diesen, für uns alle sehr unbefriedigenden Zustand schon mit dem Landratsamt, mit dem Regierungspräsidium, dem Gemeindetag und mit den Abgeordneten der Region besprochen, allerdings konnte bislang noch kein Ergebnis erzielt werden, welches eine nachhaltige Bebauung der Ortskerne ermöglicht.

Da allerdings vor allem auch viele junge Bürgerinnen und Bürger aus Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren, die hier aufgewachsen und in der Gemeinde Schnürpflingen verwurzelt sind, von der Gemeinde ein Baugrundstück erwerben möchten, hat die Gemeinde schon im Jahr 2017 eine kleine Wohnbauentwicklungsstudie in Auftrag gegeben. Diese wurde im Gemeinderat intensiv besprochen. Dabei hat sich herausgestellt, dass auf Grund der Lage und der technischen Erschließungsmöglichkeiten die Ausweisung eines neuen Baugebiets im Gewann „Steinenbach“ südlich von Schnürpflingen klar zu favorisieren ist.
Das ebenfalls geplante Baugebiet „Weinstetter Weg“ kann aus verschiedensten Gründen erst sinnvoll realisiert werden, wenn das Gewerbegebiet „Im Brühl“ nördlich erweitert wird und in diesem Zusammenhang ein Regenwasserkanal zur Weihung gebaut wird.

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Leider sind derzeit im Flächennutzungsplan (aus diesem werden Baugebiete entwickelt) des Nachbarschaftsverbands Ulm für die Gemeinde Schnürpflingen keine Bauerwartungsflächen mehr ausgewiesen. In den letzten Jahren wurden intensive Verhandlungen innerhalb des Nachbarschaftsverbandes Ulm und darüber hinaus auch mit der Raumordnungsbehörde beim Regierungspräsidium Tübingen geführt. Leider konnte keine Einigung für eine Fortschreibung des Flächennutzungsplanes erzielt werden, so dass eine bauliche Weiterentwicklung der Gemeinde nur nach § 13 b BauGB bzw. dem neu verabschiedeten Baulandmobilisierungsgesetz erfolgen kann. Mit diesen Rechtsgrundlagen hat der Gesetzgeber den Kommunen auf Grund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit eröffnet, Bauland auch ohne eine entsprechende Festsetzung im Flächennutzungsplan auszuweisen.

Nachdem es bei allen drei Verfahren Widersprüche, Einwände und Problemstellungen gibt, konnte im letzten Jahr leider keines der Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden. Nach den Vorgaben des Baulandmobilisierungsgesetzes muss der Satzungsbeschluss nun bis zum 31. Dezember 2024 gefasst werden. Ziel muss es aber sein, dieses Jahr nun tatsächlich Lösungen für die Problemstellungen zu finden, um zumindest ein Vorhaben planungstechnisch umsetzen zu können. Wir haben Verständnis für alle Gruppierungen und die unterschiedlichen persönlichen Interessen, möchten aber zu bedenken geben, dass wir es schon auch als Aufgabe der Gemeinde ansehen, für das Allgemeinwohl einzutreten und interessierten Schnürpflinger Bürgerinnen und Bürgern Bauplätze anzubieten, damit diese ihren Wunsch nach einem Eigenheim auch tatsächlich in unserer Gemeinde realisieren können.

Auch bezüglich des Ausbaus der Breitbandinternetversorgung in Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren wurde intensiv geplant, die Maßnahme ausgeschrieben und mit dem Bau begonnen. Durch neue Fördervorgaben von Bund und Land können unterversorgte Gebäude, s.g. „Weiße Flecken“ und Gewerbegebiete mit einer Förderquote von bis zu 90% der tatsächlichen Kosten erschlossen werden. Eine durchgeführte Markterkundung ergab, dass insgesamt ca. 25 Gebäude in Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren einem „Weißen Fleck“ zuzuordnen sind. Für den Anschluss von diesen Gebäuden wurden Gesamtkosten i.H. von gut 1.700.000 Euro errechnet. In diesen Kosten sind auch insgesamt ca. 130 Vorstreckungen (d.h. vorbereitete Anschlüsse für Gebäude, die momentan nach der Förderrichtlinie nicht unterversorgt sind) enthalten. Diese Vorstreckungen waren nach der neuen Förderrichtlinie zumindest teilweise ebenfalls förderfähig. Allerdings bekamen wir kurzfristig vom Fördermittelgeber die Information, dass wenn bei der Erschließung eines „Weißen Flecks“ die Infrastruktur durch einen s.g. „Grauen Fleck“ gebaut wird, dies später bei der Förderung der „Grauen Flecken“ förderschädlich ist. Aus diesem Grund wurde die Ausschreibung kurzfristig in 2 Bauabschnitte aufgeteilt, so dass der Ausbau nur im förderunschädlichen Bereich erfolgt ist. In der Zwischenzeit konkretisierte der Fördermittelgeber die Hinweise, sodass wir große Hoffnung haben, im Jahr 2022 mit dem Breitbandausbau in der Gesamtgemeinde zügig voranzukommen.

In diesem Zusammenhang soll auch erwähnt werden, dass in Schnürpflingen im Zuge des Breitbandausbaus ein POP (Point of Presence) errichtet wurde. Durch den zeitgleichen Ausbau der „Weißen Flecken“ konnte erreicht werden, dass dieser nun ebenfalls mit 90% der Kosten förderfähig ist. Der POP stellt den Knotenpunkt innerhalb der zukünftigen Breitbandversorgung in der Gemeinde Schnürpflingen dar. Erst wenn dieser technisch in Betrieb geht, können Gebäude mit Glasfaserinternet versorgt werden.

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Auch in unserer Grundschule wurde die digitale Infrastruktur weiter ausgebaut. Durch den Digitalpakt und das Sofortausstattungsprogramm des Landes wurden Investitionsmittel für diesen Zweck bereitgestellt. Nachdem im Jahr 2020 die Mittel von Seiten der Gemeinde dafür genutzt wurden, um 12 Laptops neu zu beschaffen und eine strukturierte Netzwerkverkabelung mit WLan-Access-Points aufzubauen, wurden nun im Jahr 2021 insgesamt 2 Klassenzimmer mit digitalen Tafeln mit Dokumentenkamera (sog. Smartboards) ausgestattet. Hervorzuheben ist, dass sich der Gemeinderat bei der Beschaffung eines Smartboards durch die Spende von Sitzungsgeldern finanziell beteiligt hat. Vielen Dank hierfür.

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Um den Lehrern/innen und vor allem auch den Schulkindern auch in der Pandemie bestmögliche Lehr- und Lernbedingungen zu bieten, wurde die Installation einer Raumlufttechnischen Anlage (Lüftungsanlage) mit Wärmerückgewinnung für alle Klassenzimmer der Grundschule beschlossen. Die Maßnahme wurde bereits ausgeschrieben und die Aufträge erteilt. Die Anlage soll nun in den Faschingsferien installiert werden. Der Gemeinde ist es gelungen für das rund 105.000,00 Euro teure Vorhaben einen Bundeszuschuss i.H. von 80% zu erhalten.

Schon im Jahr 2020 wurde für den Friedhof in Schnürpflingen ein Sanierungs- und Erweiterungskonzept erarbeitet. Da die bestehenden Urnengräber fast vollständig belegt waren, wurden in diesem Zusammenhang auch die Neuanlage von Urnengrabfeldern und Urnenstelen geplant. Die gesamten Planungen wurden mit dem Kirchengemeinderat abgestimmt.
Im Jahr 2021 wurde nun diese Neuanlage umgesetzt: So sind auf der untersten Ebene des Friedhofs insgesamt 23 neue Urnengrabfelder entstanden. Zusätzlich können durch 4 Urnenstelen weitere 16 Urnengrabstätten und durch eine alternative Urnenbestattungsform ohne Pflegeaufwand 9 zusätzliche Urnengrabstätten zur Verfügung gestellt werden. Wir sind der Meinung, dass durch die Neuanlage ein sehr pietätvoller Ort der Trauerbewältigung entstanden ist.

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Das Sanierungskonzept sieht eine Einteilung in 4 Bauabschnitte vor. Bauabschnitt 1 beinhaltet die Größenanpassung von Grabfeldern durch eine Wegsanierung. Zusätzlich soll der Hang neu gestaltet und die Doppelhecke entfernt werden. Diese Arbeiten finden hauptsächlich auf Ebene 3 statt. Im 2. Bauabschnitt soll auf Ebene 2 der Weg saniert und der Hang ebenfalls neu gestaltet werden. Bauabschnitt 3 beinhaltet die dringend notwendige Sanierung der Treppenanlagen. Durch die Fugen der bestehenden Granitblockstufen ist Wasser eingedrungen, was zu Abplatzungen des Putzes geführt hat. Ebenfalls haben sich die Stufen vom Betonfundament gelöst, was die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Im 4. Bauabschnitt soll die stark sanierungsbedürftige östliche Friedhofsmauer durch eine Natursteinmauer ersetzt werden. In diesem Zusammenhang soll die östliche sehr rutschige Treppenanlage auf Ebene 1 entfernt und die bestehende Betonmauer erweitert werden. So können hier später weitere Urnengräber entstehen. Die Sanierungsarbeiten sollen nun im Jahr 2022 ausgeführt werden. Ein beantragter Ausgleichstockzuschuss i.H. von 20.000,00 Euro wurde bereits bewilligt.

Die Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm (EBU) führten im Auftrag der Gemeinde im vergangenen Jahr eine Reinigung mit anschließender Inspektion aller Kanäle und Schächte im gesamten Gemeindegebiet in Schnürpflingen, Ammerstetten und Beuren durch. Diese fand im Zuge des Maßnahmenkatalogs Kanalisation in der Gemeinde Schnürpflingen statt. Der Maßnahmenkatalog, der im Jahr 2020 vom Gemeinderat beschlossen wurde, besteht aus einem Fremdwasserstrategiepapier, der Kanalinspektion mit Analyse der Daten und der Erstellung eines Sanierungskonzepts sowie einer hydraulischen Kanalnetzberechnung.

Schon im Jahr 2020 wurden umfangreiche Messungen des Fremdwassers in den Schnürpflinger Abwasserkanälen getätigt. Fremdwasser wird definiert als in Abwasseranlagen abfließendes Wasser, welches weder durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert ist, noch bei Niederschlägen von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt und gezielt eingeleitet wurde. Fremdwasser erfordert aufgrund seiner Qualität keine Abwasserbehandlung, erschwert diese bzw. belastet aufgrund seiner Quantität Abwasseranlagen unnötig und ist unter dem Aspekt des Gewässerschutzes zu vermeiden.

Die durchgeführten Messungen wurden in der Zwischenzeit ausgewertet und in einem Strategiepapier zusammengefasst. Diese Maßnahme wurde übrigens mit 50% der Kosten über die Förderrichtlinie Wasserwirtschaft vom Land Baden-Württemberg bezuschusst.

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Im nächsten Schritt des Maßnahmenkatalogs Kanalisation wurden letztes Jahr die Kanäle in der Gemeinde gespült und mit einer Kamera befahren. Die Eigenkontrollverordnung verpflichtet die Gemeinden, ihre Kanäle in regelmäßigen Abständen zu prüfen und eine Schadensfeststellung zu dokumentieren. Die Auswertung und die hydraulische Kanalnetzberechnung erfolgt im Jahr 2022.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Fußgängerüberwegs über die Hauptstraße im Frühjahr 2021 ist ein großer Wunsch von Eltern, Kindern und Gemeinde Realität geworden. Dieser wurde zwischen der Einmündung des Jägerwegs in die Hauptstraße und dem Parkplatz des Marienheims errichtet.

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Die Überquerung der Hauptstraße an dieser Stelle nutzen nun vor allem die Kinder aus den Baugebieten „Aischbach“ und „Bihlafinger Weg“, um in die Schule und den Kindergarten zu gelangen. Zudem müssen auch die Kernzeitkinder, die im EG des Rathauses betreut werden die Kreisstraße mehrfach überqueren. Aus diesen Gründen wurde die Überquerung der Hauptstraße an dieser Stelle auch Bestandteil des Schulwegeplans der Gemeinde. In einer Verkehrsschau gemeinsam mit Verkehrspolizei und dem Fachdienst „Straßen“ des Landratsamts wurde die Situation umfassend besprochen, von Seiten des Landratsamts genehmigt und ins Bauprogramm aufgenommen. Voraussetzung war allerdings eine Verkehrsberuhigung des Jägerwegs, der ebenfalls Bestandteil des Schulwegeplans ist. Aus diesem Grund wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Fußgängerüberwegs nun der Jägerweg als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen.

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Für viel Diskussionsstoff innerhalb der Gemeinde sorgte die Ausweisung von „Zone 30“-Bereichen auf allen Nebenstraßen in Ammerstetten, Beuren und Schnürpflingen. Zudem wurde ein einseitiges Durchfahrtsverbot eines Teilstücks der Schulstraße erlassen. Die von der Verkehrsschau vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von Seiten der Verwaltung in den Gemeinderat eingebracht und von diesem mitgetragen. Ziel der Maßnahmen ist es, mehr Sicherheit für Fußgänger und nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Die Suche nach passenden Standorten für die Anbringung der Schilder gestaltete sich hierbei durchaus etwas schwierig.

Reibungslos dagegen verlief die Einrichtung eines Corona-Testzentrums im Schnürpflingen. Was zunächst als einmonatige Übergangslösung zur Schließung der Lücke eines örtlichen Testangebots bis zum Aufbau von Testangeboten in der Regelstruktur gedacht war, wurde zu einer mehrmonatigen Erfolgsgeschichte.

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Nach ganz kurzer Vorbereitungszeit waren sich das DRK Dorndorf und die Gemeindeverwaltung einig, dass die Testungen am besten über eine sogenannte Teststraße mit „Einbahnverkehr“ realisiert werden können. In unserem Gesamtkomplex mit WTH, Grundschule und Gymnastikhalle fand das DRK optimale Bedingungen vor, so dass es an den 3 Teststellen trotz hoher Testzahlen nur ganz selten zu längeren Wartezeiten kam.

Insgesamt wurden in Schnürpflingen vom DRK in den Monaten März bis Juni knapp 4.500 Antigenschnelltests abgenommen. Vielen herzlichen Dank an das DRK Dorndorf für dieses tolle Engagement.

Nach wie vor freuen wir uns in Schnürpflingen sehr über geburtenstarke Jahrgänge, die nun allerdings entsprechende Plätze im Kindergarten und der Kinderkrippe beanspruchen. Die Einrichtung einer zusätzlichen Kinderkrippenkleingruppe im Kindergarten war nicht zuletzt dank einer intelligenten Planung bei der baulichen Erweiterung des Kindergartens mit nur wenig Aufwand realisierbar. Der neue Anbau kann generell sowohl bei Erweiterungen als auch bei einer Reduzierung des Angebots sehr flexibel genutzt werden. Für das Einrichten der weiteren Gruppe mussten daher (fast) keine baulichen Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden. Um eine Betriebserlaubnis vom Landesjugendamt für den nun 4 ½-gruppigen Kindergarten zu erhalten, war es allerdings durch die höhere Anzahl an Betreuungsplätzen notwendig, zusätzliche Toilettenanlagen einzubauen. Diese wurden kostengünstig und optisch ansprechend im Wickelbereich im „alten“ Kindergartengebäude installiert. Hierfür wurde eine Dusche, die bisher nur selten benötigt wurde, abgebaut. Glücklicherweise konnte das für den Betrieb der weiteren Gruppe benötigte zusätzliche Personal rechtzeitig gefunden und eingestellt werden.

Einen personellen Wechsel gab es dagegen in der Grundschule. So stand der letzte Schultag vor den großen Ferien in Schnürpflingen ganz im Zeichen der Verabschiedung der Rektorin der Nachbarschaftsgrundschule, Frau Iris Konrad-Mak, in den wohlverdienten Ruhestand. Nach den offiziellen Feierlichkeiten in Staig ließen es sich Schnürpflinger Eltern, Lehrer/innen und vor allem auch die Kinder nicht nehmen, ihren tatsächlich letzten Schultag gebührend zu gestalten. Mit dem sehr passenden Lied „Ein Hoch auf Dich“, welches von den Kindern vorgetragen wurde, ließen die Schulkinder unzählige Luftballons in den Schnürpflinger Himmel steigen.

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Wir sind alle sehr froh, dass das Schulamt mit Herrn Hauke Tretow einen kompetenten, motivierten und sympathischen Nachfolger von Frau Konrad-Mak gefunden hat und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm und dem Lehrerinnenteam in Schnürpfingen.

Neben den aufgezählten Ereignissen und Maßnahmen gab es selbstverständlich noch eine Vielzahl weiterer nennenswerter Begebenheiten in unserer Gemeinde. So wurde beispielsweise der Entwurf eines Jagdkatasters für Schnürpflingen erstellt, das „Neue Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen“ (NKHR) eingeführt, eine Schulbusverbindung zwischen Ammerstetten, Beuren und der Grundschule eingerichtet und mit der Bundestags- und Landtagswahl 2 Wahlen durchgeführt. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei den ehrenamtlichen Wahlhelfern aus Verwaltung und Gemeinderat bedanken.

Leider mussten aus bekanntem Grund auch wieder viele Veranstaltungen, Treffen, Musikproben, Übungseinheiten, etc. abgesagt werden. Wir hoffen alle sehr, dass wir im Frühjahr tatsächlich endlich von der pandemischen in die sog. endemische Lage eintreten können, so dass im Sommer wieder Veranstaltungen und Festivitäten möglich sind. Sie sind für unser gesellschaftliches Zusammenleben und auch für unseren Zusammenhalt von großer Bedeutung und bereichern unser dörfliches Leben in vielfältiger Art und Weise.

Die statistischen Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt

  2021 Vorjahr 2020
Geburten 14 26
Eheschließungen 7 5
Sterbefälle 12 18
Einwohnerzahl (31.12) 1421 1426


Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich mich erneut bei allen Personen bedanken, die durch ihr Wirken, ihre Ratschläge, ihr Zutun oder ihr Zutrauen mit dazu beigetragen haben, die Gemeinde weiterzuentwickeln. Einschließen in diesen Dank möchte ich insbesondere auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde. In diesem weiteren besonderen Jahr hat sich einmal mehr gezeigt, dass wir uns als Team verstehen und so auch schwierige Herausforderungen gemeinsam gut meistern können. Besonderer Dank gilt auch wieder dem Gemeinderat und meinen Stellvertretern Georg Aubele und Thomas Hertle für die vertrauensvolle und unkomplizierte Zusammenarbeit. In insgesamt 12 Sitzungen haben wir wieder gemeinsam um die besten Ideen und Lösungen für unsere Gemeinde gerungen. Ich persönlich habe dabei unsere „Nachsitzungen“ sehr vermisst.

Zum Ende dieses Jahresrückblicks möchte ich Ihnen allen und auch Ihren Angehörigen für das neue Jahr 2022 viel Erfolg, Glück, Zufriedenheit und Gottes Segen wünschen.
Vor allem aber: Bitte bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Ihr Michael Knoll
Bürgermeister

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